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Tech. Erkenntnisse Teil 2 – Die wachsende Cloud und ihr Einfluss auf Speicherlösungen

Teil 2 der Fragen und Antworten mit Wes Purdue zu Seagates Plänen, die Cloud-Computing-Infrastruktur zu stärken und ihren wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, bei den WHD.global 2012 in Deutschland

Cloud Computing erfährt ein starkes, nachhaltiges Wachstum in der gesamten Branche, und die Bedeutung des aufstrebenden Cloud-Markts für die Speichertechnik sowie die Art und Weise, wie sich die Cloud-Infrastruktur weiterentwickelt, führen entsprechend zu einer steigenden Nachfrage nach Speicherprodukten.

In diesen Fragen und Antworten wird erläutert, wie Seagate, der weltweit führende Hersteller von Speicherprodukten, die Stärkung der Cloud-Computing-Infrastruktur plant und wie das Unternehmen dabei Umgebungsbedingungen, Auslastungen, Datenschutzmodelle, Sicherheit und neue Speicheranforderungen berücksichtigt.    

Wes Purdue ist leitender Enterprise PLM für die Cloud-Strategie bei Seagate Technology. Er sprach vor Kurzem bei der WHD.global 2012 im Europapark Rust.

F: Gibt es hinsichtlich der Cloud-Computing-Infrastruktur Unterschiede beim Datenschutzmodell?

Wes Purdue: In traditioneller IT war RAID das vorherrschende Datenschutzmodell. RAID wird auch in diesen Cloud-Infrastrukturen eingesetzt, aber in diesen großen Infrastrukturen ist meistens nicht Hardware-RAID das vorherrschende Datenschutzmodell. Es ist Replikation, und zwar mindestens 3x. Während wir Speichergeräte mit der Zeit entwickeln, versuchen wir Funktionen für RAID-Rekonstruktion zu berücksichtigen, um dies – für Hot Swaps, für Hot-Swapping-Geräte und Hot-Plugging-Geräte zu verbessern –, aber um ehrlich zu sein, sagen nicht alle, aber viele Tier-1-Cloud-Anbieter, dass sie replizieren, sodass wir diese Funktionen nicht vollständig nutzen können.

F: Welche Funktionen können nicht vollständig genutzt werden?

Purdue: Seagate bietet vollständige Festplattenverschlüsselung und wir haben sich selbst verschlüsselnde Festplatten, aber die Cloud-Leute können damit nichts anfangen. Sie sagen uns: „Solange sich die Festplatte in unserem Rechenzentrum befindet, sind wir der Meinung, dass die Daten ziemlich gut geschützt sind. Wir haben umfassenden Schutz mit allem drum und dran.“ Seagate hat dieses fantastische, fortschrittliche Verschlüsselungsprogramm, AES-256, für ruhende Daten, aber Cloud-Provider sagen uns: „Wir können das wirklich nicht so nutzen und wir wollen definitiv kein kompliziertes Schlüsselmanagement-System, insbesondere in dieser Größenordnung.“

F: Aber was passiert, wenn die Festplatten das Rechenzentrum verlassen?

Purdue: Das ist eine Herausforderung. Wenn eine Festplatte das Rechenzentrum verlässt, gibt es in erster Linie zwei Szenarien: 1) Die Festplatte wird einem neuen Zweck zugeführt und anderer Stelle wieder eingesetzt und 2) die Festplatte wird ausgemustert und zerstört.

Üblicherweise ist der Prozess derart, dass ein externes Unternehmen außerhalb des Rechenzentrums die Festplatte zerstört. Natürlich schützt das Rechenzentrum die Daten um jeden Preis, bevor die Festplatten den Standort verlassen. Das herkömmliche Verfahren ist, die Festplatte zu formatieren, und das dauert bei einer Festplatte mit 3 TB etwa 13 Stunden. Üblicherweise formatieren sie sie mindestens drei Mal. Das sind 39 Stunden, d. h. wir sprechen von Tagen.

F: Gibt es eine Alternative zum traditionellen Verfahren der Festplattenformatierung?

Purdue: Ja. Seagate hat eine Methode entwickelt, mit der eine sofortige, sichere Löschung in weniger als einer Sekunde durchgeführt werden kann. Sie ist sehr wertvoll, insbesondere für den Einsatz bei diesen großen Internet-Rechenzentren, und sie entspricht ihrem derzeitigen Sicherheitsprozess. Statt 39 Stunden zum Formatieren einer Festplatte, um die Daten zu sichern, können sie Daten in weniger als einer Sekunde kryptographisch löschen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Sicherheitstechnik – unsere Verschlüsselungstechnik – neu eingesetzt wird, um den Bedürfnissen der Cloud-Branche zu entsprechen.

F: Wie sieht es hinsichtlich kalter Speicherung aus?

Purdue: Wir hören von vielen großen Internet-Rechenzentren, dass ihre Kunden sagen: „Löschen Sie meine Daten nicht, zumindest noch nicht“. Für Geschäftszwecke und zur Erfüllung von Vorschriften gibt es mehr und mehr Daten. Aber selbst in der Cloud gibt es Archivdaten, kalte Daten. Anbieter sind sehr gut beim Migrieren von Daten und suchen nach einer Methode zum transparenten Migrieren von Daten von unseren warmen Systemen zu einem kalten System und zum anschließenden bidirektionalen Backup mit automatisierter Migration. Hier ist ein weiteres Bedürfnis in der Cloud-Branche hinsichtlich der Bereitstellung eines Systems, eines Speichergeräts, das die Attribute zur Unterstützung dieses Bedarfs für kalte Speicherung aufweist. Seagate kann definitiv auch hier helfen.

F: Wie sind Seagate-Produkte hinsichtlich der Tier-Struktur in der Cloud verteilt?

Purdue: Tier-0 ist der Hochleistungsbereich, Tier-1 ist ein Kompromiss zwischen Leistung und Kapazität, Tier-2 ist der für Kapazität optimierte Bereich und Tier-3 ist für die Archivierung optimiert. Diese Tiers werden in allen Infrastrukturen verwendet. Es ist nicht einfach ein einzelnes Speichergerät. Es gibt eine Reihe von Anwendungen, die in jeden dieser vier Bereiche fallen.

Aus der Produktperspektive spielt es keine große Rolle, ob es ein SSD; eine Pulsar® von Seagate® oder eine Savvio® mit 15.000 oder 10.000 U/min für Computeranwendungen ist oder vielleicht eine Constellation® oder eine Constellation ES mit 2,5 Zoll oder eine Nearline- oder geschäftskritische Festplatte mit 3,5 Zoll und 3 TB und 4 TB Kapazität, all diese Speichergerättypen werden in allen möglichen verschiedenen Anwendungen eingesetzt. Je nach Belastung sind die Leistung, die Kapazität und die Plattformarchitektur unterschiedlich und abhängig davon, welches Speichergerät für diese Verwendung optimal ist.

Außerhalb der Großunternehmen haben Sie außerdem kleine bis mittelständische Unternehmen mit NAS-Geräten, die ihre eigene kleine Cloud erstellen, persönliche Heim-Clouds oder sogar mobile Clouds. Und diese Speichergeräte weisen weitere Attribute auf, die für diese speziellen Anwendungen erfüllt sein müssen.

F: Was sind abschließend die entscheidenden Punkte für eine erfolgreiche Unterstützung von Cloud-Diensten?

Purdue: Zunächst ist dedizierter Support entscheidend. In einigen Fällen bedeutet dies, dass ein technisches Team vor Ort beim Kunden ist. Lokaler, intensiver technischer Support ist sehr entscheidend für diese Anbieter. Ich stelle jedoch fest, dass die kleineren Hersteller und Integratoren dieses Bedürfnis besser verstehen als die großen.

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