Innovation im Fokus: Seagate-Werk in Nordirland
11 Sep., 2025
Investition von 115 Millionen Pfund über fünf Jahre zielt auf starken Anstieg der Festplattenspeicherkapazität ab
Seagate hat über einen Zeitraum von fünf Jahren 100 Millionen Pfund für die Entwicklung und Herstellung von Festplattenlaufwerken bereitgestellt, die 60 Terabyte (TB) an Daten speichern können und damit die derzeitige Spitzenkapazität von 36 TB übertreffen. Die Wirtschaftsförderungsagentur Invest Northern Ireland hat weitere 15 Millionen Pfund für dieses Ziel bereitgestellt.
Der Standort für dieses innovative Projekt: Die hochmodernen Anlagen von Seagate in Derry/Londonderry.
Die Geschichte von Seagate in Nordirland: Vor mehr als 30 Jahren saß Brendan Hegarty, Geschäftsführer von Seagate, in einer Bar in Los Angeles mit John Hume, einem Politiker aus Nordirland, bei einem Pint zusammen.
Das Gespräch kam auf eine Frage, die den damaligen CEO Al Shugart bald faszinierte: Warum nicht eine Seagate-Niederlassung in Nordirland eröffnen?
Shugart sandte einen Senior Vice President aus, um mögliche Standorte zu erkunden. Er kehrte mit positiven Eindrücken zurück. Daraufhin entschied der CEO schnell, das Projekt weiter voranzutreiben.
1993 erfolgte der erste Spatenstich von Seagate für das 20 Acre große Werk in Derry/Londonderry. Dieses Werk, das auf der grünen Wiese begann, ist laut Kieran Donoghue, CEO von Invest Northern Ireland, zu einem „Eckpfeiler des Technologiesektors in Nordirland“ geworden.
Qualifizierte Mitarbeiter in Smart-Fabriken stellen dort Siliziumwafer her, aus denen sie wichtige Komponenten für Festplattenlaufwerke fertigen – Aufzeichnungsköpfe, die Daten auf rotierenden Magnetplatten lesen und schreiben.
Das Team produziert 25 % aller Aufzeichnungsköpfe weltweit. Anders gesagt: Ihre Arbeit macht ein Viertel aller Festplatten aus, auf denen mehr als 80 % aller Daten in der Cloud gespeichert sind.
Auf dem Foto (von links nach rechts): Fergus O’Donnell, VP Wafer Operations NI, erklärt der First Minister Michelle O’Neill und der stellvertretenden First Minister Emma Little-Pengelly die 100.000 Dünnschichtköpfe auf einem Wafer.
Die Forschung und Entwicklung vor Ort hat die Entwicklung der heute modernsten Festplatten vorangetrieben: Die Mozaic™ Produktreihe von Seagate. Mozaic nutzt die Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR)-Technologie der nächsten Generation.
Die Technologie, die durch HAMR ersetzt wird, hatte ihre Grenzen erreicht und ermöglichte nur noch geringfügige Kapazitätssteigerungen. Vor fünf Jahren brachte Seagate beispielsweise eine 18-TB-Festplatte auf den Markt, die nur 2 TB mehr Speicherplatz bot als das bisherige Spitzenmodell mit 16 TB.
HAMR ist eine Durchbruch, weil es deutlich mehr Daten pro Festplatte speichern kann. Das Ergebnis ist eine rekordverdächtige Kapazität von 36 TB pro Festplatte – mit Luft nach oben.
Seagate ist das erste und einzige Unternehmen, das HAMR-Laufwerke anbietet. Im Jahr 2024 brachte das Unternehmen die HAMR-basierte Plattform Mozaic 3+ auf den Markt und hat bereits mehr als 1 Million Einheiten ausgeliefert.
Im Reinraum des Seagate-Werks in Derry/Londonderry, einer von weltweit nur fünf Einrichtungen, in denen die nanophotonischen Komponenten von Festplatten entwickelt und hergestellt werden.
36-TB-Laufwerke werden bald nicht mehr ausreichen. Laut der IDC Worldwide Hard Disk Drive 2024-2028 Forecast lag die Nachfrage nach Rechenzentrumsspeicher im Jahr 2024 bei 1,1 Zettabyte (ZB). Es wird prognostiziert, dass sich dieses Volumen bis 2028 auf 2,4 ZB mehr als verdoppeln wird. Astronomische Zahlen wie diese charakterisieren das neue KI-Zeitalter.
Die Lösung kann nicht sein, einfach mehr Festplatten zu verwenden. Gebraucht werden Festplatten mit größerer Kapazität und mehr Leistung. Anders gesagt: Es braucht Innovation, damit ein Laufwerk – vereinfacht gesagt – die Arbeit von zweien erledigt.
Das ist der Sinn der neuen Investition in Höhe von 115 Millionen Pfund. „Mit der Hilfe von Invest Northern Ireland beschleunigen wir die Entwicklung von Speicherkapazitäten von 60 TB und darüber hinaus und legen damit den Grundstein für die Einführung von 100-TB-Laufwerken bis 2030“, sagt John Morris, CTO von Seagate.
Es war noch Jahre vor dem Karfreitagsabkommen, als Seagate eine Niederlassung in Nordirland eröffnete. In diesem Sinne war das Richtige auch ein mutiges Vorgehen.
Und der Schritt hat sich gelohnt. Seagate hat dazu beigetragen, ein florierendes Innovationsökosystem im ganzen Land aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit der Queen’s University Belfast, der Ulster University und Partnern aus der Industrie treibt die Weiterentwicklung der Speichertechnologie voran. Der kontinuierliche Fortschritt ist auch einem starken lokalen Nachschub an Ingenieuren und Wissenschaftlern zu verdanken.
Auch die lokale Wirtschaft profitiert. Durch verstärkte Investitionen wird das Team des Unternehmens in Nordirland, das derzeit aus 1.500 Mitarbeitern besteht, um mehr als 30 hochqualifizierte neue Mitarbeiter erweitert.
„Die Bedeutung des Werks in Nordirland geht über die weltweit führende On-Site-Fertigung hinaus. Es schafft wertvolle Arbeitsplätze und trägt zur Entwicklung qualifizierter Arbeitskräfte in ganz Nordirland bei“, sagt Fergus O’Donnell, Vice President Wafer Operations bei Seagate.
„Es ist großartig zu sehen, dass die erwachsenen Kinder unserer Mitarbeiter jetzt ihre Karriere bei Seagate starten“, sagt er.
„Unsere MINT-Investitionen haben dafür gesorgt, dass der Nachwuchs die Möglichkeit hat, eine Karriere mit weltweit führender Technologie und in weltweit führenden Betrieben direkt vor der Haustür zu starten.“