Unlöschbar: Daten im neuen Zeitalter der KI
23 Sep., 2025
Daten sind nicht mehr nur ein Nebenprodukt. Sie SIND das Produkt
Vor viertausend Jahren wurden Daten auf Tontafeln festgehalten, um die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Wiege der Zivilisation zu dokumentieren. Im 17. Jahrhundert enthielt die weltweit erste wissenschaftliche Fachzeitschrift Werke von Isaac Newton und anderen Genies. Im Jahr 1890 wurden mit Lochkarten umfangreiche Daten der US-Volkszählung erfasst und schnell tabellarisch aufbereitet.
Der Mensch hält fest, was ihm wichtig ist. Das ist eine Konstante in der Geschichte. Doch die Möglichkeiten zur Speicherung und zum Zugriff auf Daten werden mit der Zeit immer besser. Verbesserungen der Medien – von Manuskripten über gebundene Bücher bis hin zu Festplatten – beschleunigen den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt, indem Informationen erfasst, geteilt und gewinnbringend genutzt werden.
Die unaufhaltsame digitale Transformation von heute ist der Gutenberg- oder Netscape-Sprung von gestern. Der besondere Unterschied zwischen KI und früheren Formen der Informationsspeicherung und -nutzung besteht in der nahezu unvorstellbaren Datenmenge, die sie generiert und verarbeitet.
Die Library of Congress verfügt über 1,2 Milliarden digitale Objekte mit einem Datenvolumen von insgesamt 31 Petabyte. Betrachten Sie das einmal im Kontext. Das Analystenunternehmen IDC prognostiziert, dass diese Datenmenge allein im Jahr 2029 weltweit alle zwei Sekunden generiert wird, was einer jährlichen Gesamtmenge von fast 527 Zettabyte entspricht.
Die zentrale Frage für Unternehmen lautet derzeit, wie sie diese enorme Datenmenge bewältigen sollen.
„Ich spreche mit Führungskräften auf der ganzen Welt“, sagt Dave Mosely, CEO von Seagate. „Vor fünf Jahren beschwerten sie sich oft: ‚Warum speichern wir alle diese Daten? Warum löschen wir sie nicht einfach?‘ Jetzt höre ich: ‚Warum löschen wir alle diese Daten? Helfen Sie uns, sie zu speichern.‘“
Warum dieser Wandel? Bob O’Donnell, Präsident und Chefanalyst bei TECHnalysis Research, erklärt: „Einer der am meisten unterschätzten Aspekte der Revolution durch die generative KI, die wir derzeit erleben, ist, dass Unternehmen jetzt endlich riesige Datenmengen nutzen können, die zuvor praktisch ignoriert wurden.“
Arthur Lewis, Präsident der Infrastructure Solutions Group bei Dell Technologies, stimmt dem zu: „Es findet eine wahre Revolution statt, die größtenteils von künstlicher Intelligenz vorangetrieben wird.“
Wie wertvoll ist diese „Revolution“ für die Wertschöpfung? „Wir sehen heute vier große Anwendungsfälle bei unseren Kunden – Content-Erstellung, Kundendienst, Verkaufs-Chatbots und Programmierhilfe“, sagt Lewis.
Ich spreche mit Führungskräften auf der ganzen Welt. Vor fünf Jahren beschwerten sie sich oft: ‚Warum speichern wir alle diese Daten? Warum löschen wir sie nicht einfach?‘ Jetzt höre ich: ‚Warum löschen wir alle diese Daten? Helfen Sie uns, sie zu speichern.‘
Dave Mosely
Chairman and CEO at Seagate
„Die Analysefähigkeiten von generativen KI-Tools erfüllen endlich das Versprechen von Big-Data-Analysen und eröffnen Möglichkeiten für neue Erkenntnisse“, so O’Donnell.
„Außerdem haben wir angesichts des unstillbaren Bedarfs an mehr Daten für das Training von KI-Modellen einen enormen Anstieg bei der Erstellung riesiger Mengen synthetischer Daten beobachtet, mit denen KI-Modelle noch effektiver gestaltet werden können“, sagt er.
Neue Erkenntnisse und effektivere KI-Modelle ebnen den Weg für Innovationen.
Beispielsweise weisen Untersuchungen von McKinsey & Company auf erhebliche Möglichkeiten für KI hin, die Forschung und Entwicklung zu beschleunigen. Das ist für Wachstum und Wohlstand von entscheidender Bedeutung, da die Produktivität von Forschung und Entwicklung in vielen Schlüsselbranchen zurückgeht. Anders ausgedrückt: „Jeder Dollar, der für Forschung und Entwicklung ausgegeben wird, ergibt im Laufe der Zeit weniger Innovation.“
McKinsey glaubt, dass KI für einen Durchbruch sorgen wird, indem sie eine größere Auswahl an Designoptionen bietet, eine schnellere Bewertung ermöglicht und die Produktentwicklung beschleunigt.
Beispielsweise können KI-Tools fotorealistische 3D-Renderings erstellen, die herkömmliche computergestützte Designsoftware in Quantität und Qualität übertreffen, neuartige Raketentriebwerke entwerfen und Chemikern dabei helfen, völlig neue Proteine zu entwickeln.
Die Untersuchungen von McKinsey zeigen, dass KI das Potenzial hat, das Tempo von Forschung und Entwicklung in einigen Branchen zu verdoppeln, wobei die Gesamtverbesserungen einem jährlichen wirtschaftlichen Wert von 360 bis 560 Milliarden US-Dollar entsprechen könnten.
Und diese Zahlen berücksichtigen noch nicht einmal die „nachgelagerten Effekte“ oder den breiteren gesellschaftlichen Nutzen von Innovationen. McKinsey kommt zu dem Schluss: „Wenn KI dazu beitragen kann, die Kurven der Innovationsproduktivität zu beeinflussen, würde dies die Lebensqualität und Lebensdauer künftiger Generationen verbessern.“
Das ist der potenzielle Wert der KI – und aller Daten, die ihr zugrunde liegen.
Warum Daten das entscheidende Asset der KI-Wirtschaft sind