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Tech. Erkenntnisse Teil I - Die wachsende Cloud und ihr Einfluss auf Speicherlösungen

Fragen und Antworten mit Wes Purdue zu Seagates Plänen, die Cloud-Computing-Infrastruktur zu stärken und ihren wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, bei den WHD.global 2012 in Deutschland

Cloud Computing erfährt ein starkes, nachhaltiges Wachstum in der gesamten Branche und die Bedeutung des aufstrebenden Cloud-Markts für die Speichertechnik sowie die Art und Weise, wie sich die Cloud-Infrastruktur weiterentwickelt, führt konsequenterweise zu einer steigenden Nachfrage nach Speicherprodukten.

In diesen Fragen und Antworten wird erläutert, wie Seagate, der weltweit führende Hersteller von Speicherprodukten, die Stärkung der Cloud-Computing-Infrastruktur plant und wie das Unternehmen dabei Umgebungsbedingungen, Auslastungen, Datenschutzmodelle, Sicherheit und neue Speicheranforderungen berücksichtigt.    

Wes Purdue ist leitender Enterprise PLM für die Cloud-Strategie bei Seagate Technology. Er hat vor Kurzem bei den WHD.global 2012 im Europapark Rust gesprochen.

F: Wie wirkt sich das Wachstum von Cloud Computing auf die Speichertechnik aus und warum ist Cloud-Speicher für Seagate von Bedeutung?

Wes Purdue:Der gesamte Cloud-Speicher ist sehr wichtig für Seagate. Er ist im Grunde sogar ein strategischer Imperativ. Dienstleistungsanbieter gehen einfach ein bisschen anders vor als ihre traditionellen IT-Kollegen. Sie reizen die Grenzen auf verschiedenste Arten aus und erhöhen so die Effizienz und senken die Kosten. Und als Hersteller von traditionellen und Halbleiterfestplatten versuchen wir, diese Unterschiede vollständig zu verstehen und herauszufinden, welche Möglichkeiten es gibt, Speichergeräte für diesen Speicher zu optimieren. Darum dreht sich im Grunde alles und das ist der Grund, warum es für Seagate so wichtig ist. Es ist wichtig zu verstehen, wie diese Veränderungen aussehen und dass sie eine große Nachfrage nach Speichergeräten erzeugen.

F: Welchen Gesamtwert hat der Cloud-Markt in US-Dollar und was bedeutet das für die Speichertechnik?

Purdue: Dieses Jahr beläuft sich der Umsatz der weltweiten Cloud-Dienste auf etwas über 100 Milliarden US-Dollar. In einigen Jahren soll diese Zahl laut Prognosen auf rund 150 Milliarden steigen (Quelle: Gartner, April 2011). Wir glauben, dass diese Dienstleistungen neue Anwendungen ermöglichen, und diese Anwendungen benötigen Daten und sie benötigen Platz. Das gefällt uns natürlich.

Global betrachtet kommt der Umsatz der Cloud-Dienste zu rund 57 % aus Nord- und Südamerika, zu 19 % aus Europa und die restlichen 24 % kommen aus dem asiatisch-pazifischen Raum (Quelle: Verschiedene – Gartner, CRN, Seagate, April 2011).

Wenn man jedoch eine einzige Region mit dem stärksten Wachstum nennen müsste, dann wäre das wahrscheinlich der asiatisch-pazifische Raum.

F: Welchen Anteil haben Tablets und Smartphones am Wachstum der Cloud-Dienste und Speichergeräte?

Purdue: Für 2015 prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner den Verkauf von einer Milliarde Smartphones und 326 Millionen Tablets. Stellen Sie das einmal ins Verhältnis zu den Zahlen, die Intel auf seiner Investorenkonferenz 2011 genannt hat: Pro 600 Smartphones benötigt man einen Server und pro 122 Tablets benötigt man ebenfalls einen Server. Das bedeutet, man benötigt 1,6 Millionen Server für diese Zahl an Smartphones und 2,6 Millionen Server für diese Zahl an Tablets. Das sind 4,2 Millionen Server, um diese mobile Infrastruktur zu unterstützen. Und für diese Server muss ja auch eine Stellfläche gefunden werden.

F: Wie wirkt sich das auf die Geschäfte von Seagate aus?

Purdue: 2011 wurden 23 % der Unternehmenskapazität für die Cloud-Infrastruktur verwendet. In einigen Jahren werden es Prognosen zufolge 39 % sein (Quelle: IDC, Dez. 2009 Weltweit ausgelieferte Speichersystemkapazität für Cloud-Services 2007-2013).

Aufgrund der Art der aktuell existierenden Daten bzw. der Kultur einiger Unternehmen glaube ich persönlich nicht, dass alle Daten in die Cloud wandern werden. Vor allem bei öffentlichen Clouds wird es immer wieder Datenunternehmen geben, die den Schutz ihrer Daten nicht Dritten anvertrauen wollen.

F: Wie kann Seagate Ihren Ansicht nach eine führende Position in der Cloud-Infrastruktur einnehmen?

Purdue: Aus strategischer Sicht plant Seagate, Markt- und Technologieführer zu sein, und wir werden dies größtenteils durch den Aufbau strategischer Partnerschaften und die Zusammenarbeit mit Schlüsselpartnern erreichen. Wenn wir verstehen, wo die Herausforderungen und Probleme liegen, können wir dieses Wissen in die Produktentwicklung einfließen lassen und optimierte Festplatten herstellen, die besser zu diesen Anwendungen passen.

F: Welche speziellen Probleme besprechen Sie üblicherweise mit potenziellen strategischen Partnern?

Purdue: Das erste Thema ist gewöhnlich die Infrastruktur des Rechenzentrums. Sie können ein 50.000 oder 60.000 m² großes Rechenzentrum, ein riesiges ausgebautes Rechenzentrum oder ein sehr kleines, modulares Rechenzentrum im Containerstil haben – wobei wir durch die Bank festgestellt haben, dass die Art des Rechenzentrums eigentlich egal ist. Worauf es wirklich ankommt, ist die Anwendung und die Architektur der Software hinsichtlich der Frage, welches Speichergerät für diese Anwendung oder eine vorhandene Reihe von Anwendungen in diesen Rechenzentren benötigt wird.

Das zweite Thema, die Umgebung des Rechenzentrums, ist eng mit dem ersten Thema verbunden. Die Tier-1-Dienstleistungsanbieter bauen ihre eigenen Rechenzentren und fast jeder von ihnen verwendet diese Außenluft-Economiser zur Senkung des Stromverbrauchs und zur Kühlung. Die größten Ausgaben eines Rechenzentrums entstehen wahrscheinlich für Strom und Kühlung und man möchte ja sein Rechenzentrum so lange wie möglich im Jahr mit Außenluft kühlen.

F: Was sind einige der interessantesten und herausforderndsten Infrastrukturprobleme, mit denen Ihre Partner zu kämpfen haben?

Purdue: Viele dieser Infrastrukturen sind in Bezug auf die Auslastung virtualisiert. Wenn wir mit den Cloud-Architekten sprechen, sind viele gerade dabei, ihr Dateisystem und ihre Software zu modernisieren, und sie wollen die Nutzung ihrer wichtigsten Komponenten verbessern. Im Grunde sagen sie, dass sich in einem Jahr die Auslastung drastisch verändert haben wird. Sie sagen, immer wenn ein Prozessor keine Berechnung durchführt und nicht arbeitet, verdienen wir [der Dienstleistungsanbieter] kein Geld. Immer wenn eine Festplatte keine Lese- oder Schreibvorgänge durchführt, verdient der Dienstleistungsanbieter kein Geld. Der Idealfall, quasi das Nirwana, wären für sie daher Festplatten, die rund um die Uhr und ohne Leerlaufzeiten lesen und schreiben.

Das ist nicht einfach, denn wir führen in den Leerlaufzeiten Hintergrundprüfungen und einige Scans durch. Festplatten werden also nicht nur in schwierigeren Bedingungen eingesetzt, sondern müssen in diesen schwierigeren Bedingungen auch mehr leisten.

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