Notfallwiederherstellung beim Cloud Computing

Ein erfolgreiches Unternehmen muss auch in die Zukunft blicken. Beispielsweise kann es darum gehen, Trends vorherzusehen und die Chancen für eine Umsatzsteigerung oder die Nachfrage nach neuen Produkten und Dienstleistungen zu erkennen. Dazu gehört auch, dass Sie gegen mögliche Bedrohungen für Ihren Betrieb und Ihre Infrastruktur gewappnet sind. 

Unternehmensinhaber, die auf unbekannte Ereignisse vorbereitet sind, haben im Katastrophenfall die Nase vorn. Katastrophen können Naturereignisse wie Brände, Überschwemmungen oder zivile Unruhen sein. Aber auch Unterbrechungen des Betriebs aufgrund von Datenverlusten gehören dazu, die durch Hackerangriffe, Ransomware oder sogar versehentliches Löschen von Daten im Netzwerk verursacht werden können. 

Eine solche Katastrophe kann sich negativ auf Ihre Finanzen auswirken und zu Umsatzeinbußen führen, wenn Ihr Unternehmen oder dessen Daten offline sind. Des Weiteren können Katastrophen Ihrem Ansehen schaden, wenn die Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft zu lange dauert. 

Integrieren Sie den Einsatz einer Massenspeicher-Cloud in Ihre Strategie zur Notfallwiederherstellung und erstellen Sie einen Plan für die Sicherung und Wiederherstellung wichtiger Informationen im Krisenfall; 

Was ist eine Notfallwiederherstellung?

Sie können zwar nicht vorhersagen, welche Katastrophen wann eintreten werden – Sie können jedoch einen Plan aufstellen, um mit den Nachwirkungen fertig zu werden. 

Ein Notfallwiederherstellungsplan erläutert das Vorgehen zur Wiederherstellung der Betriebsabläufe sowie zur Rückkehr in den Geschäftsalltag. Unternehmen gestalten ihre Notfallwiederherstellungspläne so, dass sie wichtige Datensätze oder Software schützen, die für die Wiederaufnahme wichtiger Tagesabläufe benötigt werden. Auf diese Weise sollen mögliche Beeinträchtigungen der Geschäftsabläufe, die sich negativ auf den Umsatz, die Verkäufe oder den Kundenservice auswirken könnten, minimiert werden.  

Bei der Entwicklung eines Notfallwiederherstellungsplans müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Folgende Fragen sollten geklärt werden:  

  • Wie groß ist mein Unternehmen? Wie viele Arbeitsplätze, Funktionen und Zuständigkeiten wären im Katastrophenfall betroffen?  
  • Arbeiten die Mitarbeiter aus der Ferne, in einem Büro oder an verschiedenen Standorten? 
  • Greifen wir bereits auf Cloud-Dienste für die Speicherung zurück?  
  • Verlassen wir uns auf herkömmliche Datensicherungen wie Bänder, DVDs oder externe Festplatten? 
  • Welche primäre Hardware und Software müssen wir bei der Wiederherstellung nach einer Katastrophe priorisieren?  

Die Unternehmen können all diese Informationen zusammentragen und in einem detaillierten Plan festhalten, um das System so schnell wie möglich wieder online zu bringen. 

Was ist Cloud Disaster Recovery as a Service (DRaaS)?

Für den Anfang können Unternehmen die Erstellung eines effektiven Notfallwiederherstellungsplans an externe Dienstleister vergeben.  

Externe Hosting-Anbieter erarbeiten gemeinsam mit den Unternehmen einen Plan und unterstützen sie bei der Umsetzung, wenn eine Katastrophe eintritt. Dies beinhaltet die Gewährleistung, dass alle Daten ordentlich strukturiert und repliziert sind und auf Anfrage ordnungsgemäß verschoben werden können.  

Die Nutzung einer DRaaS-Lösung (Disaster Recovery as a Service) ermöglicht es den Unternehmen zudem, von überall aus verbunden zu bleiben. Dies kann von Vorteil sein, wenn ein physischer Standort gefährdet oder nicht verfügbar ist, da die in der Cloud gespeicherten Daten unversehrt bleiben. 

Unternehmen können Cloud-Lösungen für die Datensicherung und -wiederherstellung in Anspruch nehmen, die mit verschiedenen auf Speicherung und Schutz spezialisierten Firmen wie Commvault und Veeam zusammenarbeiten – somit lässt sich der gesamte Wiederherstellungsplan optimieren. Mit dieser Möglichkeit wird der Notfallplan eines Unternehmens um weitere Funktionen erweitert.  

Notfallwiederherstellung in der Cloud vs. herkömmliche Notfallwiederherstellung

Aufgrund der zunehmenden Zahl von Cloud-Optionen und der in den letzten Jahren gesunkenen Preise haben sich immer mehr Unternehmen dazu entschlossen, verschiedene Optionen für diese Dienste in Betracht zu ziehen. Einige Unternehmen genießen die potenziell unbegrenzten Speichermöglichkeiten von Cloud-Diensten und nutzen diese Dienste für sämtliche Datensicherungen. Andere wiederum verlassen sich nach wie vor auf herkömmliche Notfallwiederherstellungsmethoden zur Planung und Bewältigung von Datenverlusten, die möglicherweise in ihrem lokalen Rechenzentrum oder in ihrer vom Unternehmen verwalteten privaten Cloud auftreten. Beide Optionen haben Vorteile, je nach Größe und Umfang Ihres Unternehmens.  

Was ist die herkömmliche Notfallwiederherstellung?

Bei der herkömmlichen Notfallwiederherstellung werden beschädigte Systeme wiederhergestellt oder repariert, häufig mit physischen Datensicherungen. Somit bleibt alles unter lokaler Kontrolle.  

Diese Methode der Notfallwiederherstellung umfasst eine physische Datensammlung eines Unternehmens vor Ort und die dazugehörige externe Hardware. Abhängig von der Größe Ihres Unternehmens müssen Sie möglicherweise Mittel und Ressourcen in den Aufbau dieser Vor-Ort-Struktur investieren. Darüber hinaus müssen Sie auch in die ständige Wartung, Aktualisierung und Pflege dieser Struktur investieren. Dieser Prozess kann insgesamt kostspielig und zeitaufwendig sein.  

Welche Nachteile hat die herkömmliche Notfallwiederherstellung?

Die Kurzantwort lautet: Zeit und Geld. Während die Wiederherstellung in der Cloud in Sekundenschnelle erfolgen kann, kann es bei der herkömmlichen Notfallwiederherstellung mehrere Stunden dauern, bis alles neu geladen, neu gestartet und getestet wurde. Unter Umständen verfügt ein Unternehmen auch nicht über das notwendige Fachwissen, um den Wiederherstellungsprozess durchzuführen. Darüber hinaus müssen Unternehmen, die Sicherungsstandorte oder ausgelagerte Notfallwiederherstellungszentren betreiben, unter Umständen für Strom und den erforderlichen Platz bezahlen. Es besteht die Gefahr, dass diese Zentren bei einer größeren Krise in einer örtlichen Gemeinde ebenfalls betroffen sind, wodurch die Wiederherstellung des Online-Betriebs weiter verzögert wird. 

Was sind die Vorteile der Notfallwiederherstellung im Cloud Computing?

Sicherungen im Cloud Computing können die Wiederherstellung im Notfall erheblich vereinfachen. Hierzu werden virtuelle Maschinen als Duplikate der Server eines Kunden erstellt. Diese werden regelmäßig online gespeichert und aktualisiert. Im Katastrophenfall genügt es, dass ein Unternehmen seinen Notfallwiederherstellungsplan aktiviert, um die Daten auf diesen Servern und Diensten wiederherzustellen. 

So lässt sich der Datenverlust auf ein Minimum reduzieren und das Unternehmen kann seinen Betrieb schnell wieder aufnehmen. Der Notfallwiederherstellungsplan kann vorsehen, dass mit der Onlinestellung von Komponenten mit geringerer Priorität gewartet werden muss, bis die kritischen Elemente implementiert sind. Es ist jedoch ein guter Ausgangspunkt für eine schnellere Wiederherstellung der wichtigsten Abläufe, dass zunächst die wichtigsten Daten und Dienste aktiviert werden. 

Dabei kann der Wiederherstellungsprozess von einem beliebigen Standort und nicht nur von einem spezifischen physischen Standort aus gestartet werden. 

Was ist ein Notfallwiederherstellungsplan?

Ein Notfallwiederherstellungsplan legt fest, wie die Systeme wieder online gehen können – unabhängig davon, ob Sie sich an Ihren Cloud-Anbieter wenden oder selbst mit dem Laden von Sicherungen beginnen. Er enthält auch Angaben darüber, welche Abteilungen für die Durchführung bestimmter Aufgaben zuständig sind. 

Dieser Plan dient als Leitfaden für ein Unternehmen. Gewisse Entscheidungen wurden bereits getroffen und Beziehungen zu verschiedenen Anbietern aufgebaut. 

Als Alternative wäre ein Chaos zu befürchten, bei dem verschiedene Verantwortliche um die Wiederherstellung des Online-Betriebs konkurrieren und keiner der Beteiligten eine klare Richtung vorgeben kann. Konten müssen möglicherweise neu eingerichtet und mit Anbietern abgeglichen werden – in einigen Fällen kann dies zusätzliche Kosten verursachen oder zu unsicheren Zeitplänen führen. 

Ein Notfallwiederherstellungsplan soll dynamisch und flexibel sein. Er sollte daher nicht wie ein Sicherheitshandbuch verfasst und dann einfach beiseite gelegt werden. Der Plan sollte regelmäßig, möglichst jährlich, aktualisiert werden – so wird sichergestellt, dass die aktuellsten Prozesse wieder eingesetzt und die aktuellsten IT-Anbieter und -Partner wieder online gestellt werden. 

Es sollten sowohl gedruckte als auch digitale Kopien des Plans bereitgehalten und zur Verfügung gestellt werden. 

So erstellen Sie einen Notfallwiederherstellungsplan

Zur Erstellung eines effektiven Notfallwiederherstellungsplans sind folgende Schritte erforderlich:

  • Inventarisieren der technischen Anlagen, wie Computer, Server, Lizenzen und Abonnements 
  • Erstellen einer Liste von Prozessen für den Zugriff auf verschiedene Cloud-Standorte, z. B. sichere Zugangsdaten und Kennwörter 
  • Anlegen einer Liste der wichtigsten Mitarbeiter (Titel/Abteilungen, aber nicht unbedingt Namen), die für verschiedene Aufgaben zuständig sind 
  • Zusammenstellen einer Liste von Kontaktpersonen der verschiedenen Partner, einschließlich der Sicherheitsabteilung 
  • Festlegen geschätzter Fristen zwischen der Aktivierung des Plans/dem Eintritt der Katastrophe und der Einhaltung bestimmter Anforderungen 
  • Versenden des Plans an Schlüsselpersonen im Unternehmen, um sicherzustellen, dass die Details korrekt sind. Dazu gehören Führungskräfte, aber auch IT- und Kundendienstmitarbeiter, die unter Umständen für die Datenwiederherstellung zuständig sind